Urlaub und Arbeitszeit im M+E-Tarif
30 Urlaubstage, die 35-Stunden-Woche und die Wahloption auf bis zu acht zusätzliche freie Tage: die Zeitseite des Tarifvertrags.
Urlaub: 30 Tage plus Urlaubsgeld
Der tarifliche Urlaubsanspruch beträgt 30 Arbeitstage im Jahr, unabhängig von Alter und Betriebszugehörigkeit. Das gesetzliche Minimum liegt bei 20 Tagen; der Tarif legt also zwei volle Wochen drauf. Während des Urlaubs läuft das Urlaubsentgelt weiter, zusätzlich gibt es das zusätzliche Urlaubsgeld von 50 Prozent des Urlaubsentgelts, wirtschaftlich rund 69 bis 72 Prozent eines Monatsentgelts, meist mit der Mai- oder Juni-Abrechnung.
Arbeitszeit: 35 West, 38 Ost, Angleichung läuft
Die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt 35 Stunden im Westen und 38 Stunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Angleichung läuft seit 2021 über betriebliche Stufenpläne: Mehr als 85 Prozent der betroffenen Mitglieder in Berlin, Brandenburg und Sachsen arbeiten bereits 35 Stunden, bei VW Sachsen sowie BMW und Porsche in Leipzig gilt die 35-Stunden-Woche seit Januar 2026. Für die Entgeltrechnung wichtig: Der Tabellenwert bezieht sich auf die tarifliche Stundenzahl des Gebiets; der Rechner rechnet abweichende Stunden anteilig um.
Mehrarbeit und Zeitkonten
Arbeit über die tarifliche Wochenarbeitszeit hinaus ist Mehrarbeit mit 25 Prozent Zuschlag, sofern sie nicht über ein Arbeitszeitkonto in Freizeit ausgeglichen wird. Die Ausgestaltung der Konten, Ampelgrenzen und Abbau-Regeln stehen in Betriebsvereinbarungen. Den Geldwert einer Mehrarbeitsstunde zeigt der Überstunden-Rechner.
Freie Tage statt Geld: die T-ZUG-Wahloption
Das tarifliche Zusatzgeld A von 27,5 Prozent eines Monatsentgelts lässt sich in bis zu acht freie Tage umwandeln. Anspruchsberechtigt sind Schichtbeschäftigte, Eltern und Pflegende, seit dem Abschluss 2024 erweitert auf Teilzeitbeschäftigte und Eltern mit Kindern bis 12 Jahren. Ob sich der Tausch rechnet, hängt vom Tageswert ab; die Rechnung steht im Ratgeber T-ZUG erklärt.
Arbeitszeit in Entgelt übersetzen
Stunden ändern, Teilzeit testen, Mehrarbeit eintragen: der Rechner zeigt jede Variante brutto und netto.
Häufige Fragen
Wie viel Urlaub gibt es im IG-Metall-Tarif?
30 Arbeitstage pro Jahr, deutlich über dem gesetzlichen Minimum von 20 Tagen bei einer Fünftagewoche. Dazu kommt das zusätzliche Urlaubsgeld von 50 Prozent des Urlaubsentgelts.
Wie viele Stunden pro Woche sind tariflich?
35 Stunden im Westen, 38 Stunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Angleichung im Osten läuft über betriebliche Stufenpläne; bei VW Sachsen sowie BMW und Porsche in Leipzig gilt die 35-Stunden-Woche seit Januar 2026.
Kann ich mir mehr freie Tage statt Geld nehmen?
Ja, über die Wahloption beim T-ZUG A: Schichtbeschäftigte, Eltern und Pflegende, seit dem Abschluss 2024 auch Teilzeitbeschäftigte und Eltern mit Kindern bis 12 Jahren, können das tarifliche Zusatzgeld A in bis zu acht freie Tage umwandeln.
Verfällt Resturlaub am Jahresende?
Nicht automatisch. Nach der Rechtsprechung muss der Arbeitgeber rechtzeitig und konkret auffordern, den Urlaub zu nehmen, und auf den Verfall hinweisen; sonst bleibt der Anspruch bestehen. Tarif- und Betriebsregelungen sehen Übertragungen meist bis 31. März vor.