IG Metall Stundenlohn Rechner 2026
Monatsentgelt in Stundenlohn umrechnen, mit dem richtigen Stundenteiler für dein Tarifgebiet und dem Zuschlag für Mehrarbeit.
- 152,2 h bei 35-Stunden-Woche
- 165,2 h bei 38 Stunden
- +25 % Mehrarbeit
- Teilzeit anteilig
Stundenlohn im M+E-Tarif: die richtige Divisorfrage
Ein Monatsentgelt in einen Stundenlohn umzurechnen klingt trivial, ist es aber nicht. Der Divisor hängt von der tariflichen Wochenarbeitszeit ab und davon, ob man mit dem Monatsentgelt oder mit dem Jahresbrutto rechnet.
Die drei Varianten
- Tariflicher Stundenteiler: Monatsentgelt geteilt durch die durchschnittliche Monatsstundenzahl. Bei 35 Stunden pro Woche sind das 35 mal 4,348 also rund 152,2 Stunden. Bei 38 Stunden sind es rund 165,2 Stunden.
- Effektiver Stundenwert: Jahresbrutto inklusive Sonderzahlungen geteilt durch die Jahresarbeitsstunden. Dieser Wert liegt rund 15 Prozent über dem tariflichen Stundenteiler und ist der ehrlichere Vergleichswert gegen ein Angebot mit Stundenlohn.
- Mehrarbeitsstunde: Tariflicher Stundenwert plus 25 Prozent Zuschlag. Das ist der Betrag, um den es geht, wenn du über Überstunden verhandelst.
Der Rechner gibt den tariflichen Stundenwert direkt aus. Für den effektiven Wert teile das Jahresbrutto durch deine Jahresstunden, also Wochenstunden mal 52 minus Urlaub und Feiertage.
Wie der Rechner rechnet
Der Rechner arbeitet in vier Schritten. Jeder Schritt ist nachvollziehbar, weil das Ergebnis rechts als Zeile für Zeile aufgeschlüsselter Lohnstreifen erscheint.
Schritt 1: Tabellenentgelt
Aus dem gewählten Tarifgebiet und der Entgeltgruppe kommt das tarifliche Monatsentgelt nach der ERA-Entgelttabelle, gültig ab 01.04.2026. Weicht deine Wochenarbeitszeit von der tariflichen ab, wird der Wert anteilig umgerechnet: 30 Stunden bei 35 tariflichen Stunden ergeben 30/35 des Tabellenwerts.
Schritt 2: Zulagen
Auf das Grundentgelt kommen Leistungszulage, Schicht- und Zeitzuschläge sowie eine übertarifliche Zulage. Die Leistungszulage ist der Posten, der am häufigsten vergessen wird. Im Betriebsdurchschnitt liegt sie in Baden-Württemberg bei 15 Prozent und in Bayern bei 14 Prozent. In Nordrhein-Westfalen steckt sie nicht im Tabellenwert, sondern kommt betrieblich obendrauf. Wer sie dort weglässt, rechnet sein Entgelt systematisch zu niedrig.
Schritt 3: Sonderzahlungen
Die Metall- und Elektroindustrie zahlt über das Jahr verteilt fünf tarifliche Extras. Sie summieren sich auf gut zwei zusätzliche Monatsgehälter, landen aber nicht gleichmäßig auf dem Konto. Genau das zeigt der Jahresverlauf unter dem Rechner.
| Leistung | Höhe | Auszahlung |
|---|---|---|
| T-ZUG B | 26,5 % des regionalen Eckentgelts | Februar |
| Urlaubsgeld | 50 % des Urlaubsentgelts, wirtschaftlich ca. 69 bis 72 % eines Monatsentgelts | Mai oder Juni |
| T-ZUG A | 27,5 % des individuellen Monatsentgelts | Juli |
| T-Geld | 18,4 % eines Monatsentgelts | Juli |
| Weihnachtsgeld | 25 bis 55 % je nach Betriebszugehörigkeit | November |
T-ZUG A lässt sich für Schichtbeschäftigte, Eltern und Pflegende in bis zu acht freie Tage umwandeln. Das T-Geld kann ein Betrieb bei schlechter Ertragslage verschieben oder aussetzen. Deshalb sind alle fünf Posten im Rechner einzeln abschaltbar.
Schritt 4: Steuern und Sozialabgaben
Aus dem Jahresbrutto berechnet der Rechner die Abzüge mit den Werten für 2026: Grundfreibetrag 12.348 Euro, Rentenversicherung 9,3 Prozent Arbeitnehmeranteil, Arbeitslosenversicherung 1,3 Prozent, Krankenversicherung 7,3 Prozent plus die Hälfte des Zusatzbeitrags (Durchschnitt 2,9 Prozent), Pflegeversicherung 1,8 Prozent, in Sachsen 2,3 Prozent, für Kinderlose ab 23 Jahren zusätzlich 0,6 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenzen liegen 2026 bei 8.450 Euro im Monat für Rente und Arbeitslosigkeit und bei 5.812,50 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung.
Was das Ergebnis nicht ist. Der Nettowert ist eine sorgfältige Näherung, keine Entgeltabrechnung. Betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, Sachbezüge, ein Firmenwagen, Freibeträge aus dem Vorjahr und die genaue Behandlung von Einmalzahlungen nach der Jahrestabelle verschieben das Ergebnis. Für die verbindliche Zahl gilt deine Entgeltabrechnung.
Alle Tariftabellen 2026
ERA-Entgelttabellen aller 15 Tarifgebiete auf einer Seite, mit Ausbildungsvergütung.
Öffnen →Entgeltgruppen EG 1 bis EG 17
Welche Tätigkeit in welche Entgeltgruppe gehört und wie die Eingruppierung zustande kommt.
Öffnen →Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld
Die beiden großen Sonderzahlungen einzeln berechnen, inklusive Eintrittsjahr anteilig.
Öffnen →Häufige Fragen
Wie rechne ich das IG-Metall-Monatsentgelt in einen Stundenlohn um?
Teile das Monatsentgelt durch die durchschnittlichen Monatsstunden. Bei einer 35-Stunden-Woche sind das 152,2 Stunden (35 mal 4,348), bei 38 Stunden 165,2 Stunden. Der Rechner macht das automatisch und berücksichtigt dabei Leistungszulage und Zuschläge.
Wie viel ist eine Überstunde im M+E-Tarif wert?
Der tarifliche Stundenwert plus 25 Prozent Mehrarbeitszuschlag. Für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit gelten höhere Sätze, die regional und betrieblich unterschiedlich sind. Trage im Rechner deine wöchentliche Mehrarbeit ein, dann erscheint sie mit Zuschlag im Monatsbrutto.
Warum liegt mein effektiver Stundenlohn höher als der Tabellenwert hergibt?
Weil die tariflichen Sonderzahlungen im Tabellenwert nicht enthalten sind. Rechnest du das Jahresbrutto inklusive Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, T-ZUG A und B sowie T-Geld auf die Jahresstunden um, liegt der effektive Stundenwert rund 15 Prozent höher.