IG Metall Kurzarbeit Rechner 2026
Reduzierte Wochenstunden eintragen und das Restentgelt brutto und netto sehen, plus die Einordnung von Kurzarbeitergeld und tariflicher Aufstockung.
- Restentgelt brutto und netto
- 60/67 % KUG-Sätze
- Aufstockung erklärt
- Sonderzahlungen abschaltbar
Kurzarbeit in der M+E-Industrie: Entgelt, Kurzarbeitergeld, Aufstockung
Bei Kurzarbeit sinkt die Arbeitszeit, das Entgelt sinkt anteilig, und die Bundesagentur für Arbeit zahlt Kurzarbeitergeld auf den Ausfall. In tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie kommt häufig eine tarifliche oder betriebliche Aufstockung dazu.
Die drei Bausteine
- Restentgelt: das Entgelt für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit. Setze im Rechner die Wochenstunden auf die reduzierte Zahl, dann siehst du diese Basis brutto und netto.
- Kurzarbeitergeld: 60 Prozent der Netto-Entgeltdifferenz, 67 Prozent mit mindestens einem Kind im Sinne des Steuerrechts. Bemessungsgrundlage ist das pauschalierte Nettoentgelt, nicht dein individuelles Netto. Die Bundesagentur rechnet mit eigenen Tabellen.
- Aufstockung: tariflich oder betrieblich vereinbart, häufig auf 80 bis 90 Prozent des früheren Nettoentgelts. Die Höhe steht in der Betriebsvereinbarung oder im regionalen Tarifvertrag.
Was Kurzarbeit sonst noch beeinflusst
- Sonderzahlungen: Ob und wie stark Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und T-ZUG gekürzt werden, hängt von den tariflichen Regeln und der Betriebsvereinbarung ab.
- Urlaub: Der Urlaubsanspruch bleibt bei Kurzarbeit Null grundsätzlich bestehen, kann aber nach der Rechtsprechung für vollständige Ausfallmonate anteilig gekürzt werden.
- Rente: Der Arbeitgeber führt für die Ausfallzeit Rentenbeiträge auf 80 Prozent des Ausfallentgelts ab, sodass die Anwartschaft nur begrenzt sinkt.
Wie der Rechner rechnet
Der Rechner arbeitet in vier Schritten. Jeder Schritt ist nachvollziehbar, weil das Ergebnis rechts als Zeile für Zeile aufgeschlüsselter Lohnstreifen erscheint.
Schritt 1: Tabellenentgelt
Aus dem gewählten Tarifgebiet und der Entgeltgruppe kommt das tarifliche Monatsentgelt nach der ERA-Entgelttabelle, gültig ab 01.04.2026. Weicht deine Wochenarbeitszeit von der tariflichen ab, wird der Wert anteilig umgerechnet: 30 Stunden bei 35 tariflichen Stunden ergeben 30/35 des Tabellenwerts.
Schritt 2: Zulagen
Auf das Grundentgelt kommen Leistungszulage, Schicht- und Zeitzuschläge sowie eine übertarifliche Zulage. Die Leistungszulage ist der Posten, der am häufigsten vergessen wird. Im Betriebsdurchschnitt liegt sie in Baden-Württemberg bei 15 Prozent und in Bayern bei 14 Prozent. In Nordrhein-Westfalen steckt sie nicht im Tabellenwert, sondern kommt betrieblich obendrauf. Wer sie dort weglässt, rechnet sein Entgelt systematisch zu niedrig.
Schritt 3: Sonderzahlungen
Die Metall- und Elektroindustrie zahlt über das Jahr verteilt fünf tarifliche Extras. Sie summieren sich auf gut zwei zusätzliche Monatsgehälter, landen aber nicht gleichmäßig auf dem Konto. Genau das zeigt der Jahresverlauf unter dem Rechner.
| Leistung | Höhe | Auszahlung |
|---|---|---|
| T-ZUG B | 26,5 % des regionalen Eckentgelts | Februar |
| Urlaubsgeld | 50 % des Urlaubsentgelts, wirtschaftlich ca. 69 bis 72 % eines Monatsentgelts | Mai oder Juni |
| T-ZUG A | 27,5 % des individuellen Monatsentgelts | Juli |
| T-Geld | 18,4 % eines Monatsentgelts | Juli |
| Weihnachtsgeld | 25 bis 55 % je nach Betriebszugehörigkeit | November |
T-ZUG A lässt sich für Schichtbeschäftigte, Eltern und Pflegende in bis zu acht freie Tage umwandeln. Das T-Geld kann ein Betrieb bei schlechter Ertragslage verschieben oder aussetzen. Deshalb sind alle fünf Posten im Rechner einzeln abschaltbar.
Schritt 4: Steuern und Sozialabgaben
Aus dem Jahresbrutto berechnet der Rechner die Abzüge mit den Werten für 2026: Grundfreibetrag 12.348 Euro, Rentenversicherung 9,3 Prozent Arbeitnehmeranteil, Arbeitslosenversicherung 1,3 Prozent, Krankenversicherung 7,3 Prozent plus die Hälfte des Zusatzbeitrags (Durchschnitt 2,9 Prozent), Pflegeversicherung 1,8 Prozent, in Sachsen 2,3 Prozent, für Kinderlose ab 23 Jahren zusätzlich 0,6 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenzen liegen 2026 bei 8.450 Euro im Monat für Rente und Arbeitslosigkeit und bei 5.812,50 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung.
Was das Ergebnis nicht ist. Der Nettowert ist eine sorgfältige Näherung, keine Entgeltabrechnung. Betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, Sachbezüge, ein Firmenwagen, Freibeträge aus dem Vorjahr und die genaue Behandlung von Einmalzahlungen nach der Jahrestabelle verschieben das Ergebnis. Für die verbindliche Zahl gilt deine Entgeltabrechnung.
Alle Tariftabellen 2026
ERA-Entgelttabellen aller 15 Tarifgebiete auf einer Seite, mit Ausbildungsvergütung.
Öffnen →Entgeltgruppen EG 1 bis EG 17
Welche Tätigkeit in welche Entgeltgruppe gehört und wie die Eingruppierung zustande kommt.
Öffnen →Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld
Die beiden großen Sonderzahlungen einzeln berechnen, inklusive Eintrittsjahr anteilig.
Öffnen →Häufige Fragen
Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?
60 Prozent der Netto-Entgeltdifferenz, 67 Prozent mit mindestens einem Kind im Sinne des Steuerrechts. Bemessungsgrundlage ist nicht dein individuelles Netto, sondern das pauschalierte Nettoentgelt nach den Tabellen der Bundesagentur für Arbeit.
Stockt die IG Metall das Kurzarbeitergeld auf?
In vielen tarifgebundenen Betrieben gibt es eine tarifliche oder betriebliche Aufstockung, häufig auf 80 bis 90 Prozent des früheren Nettoentgelts. Ob und in welcher Höhe, steht in der Betriebsvereinbarung oder im regionalen Tarifvertrag. Eine bundesweit einheitliche Regel gibt es nicht.
Werden Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld bei Kurzarbeit gekürzt?
Das hängt von den tariflichen Regelungen und der Betriebsvereinbarung ab. Weil die Antworten regional unterschiedlich sind, kläre das mit dem Betriebsrat. Im Rechner kannst du die Sonderzahlungen einzeln abschalten, um beide Szenarien zu vergleichen.