IG Metall Überstunden Rechner 2026
Mehrarbeitsstunden eintragen und sehen, was sie brutto und netto bringen, mit dem richtigen Stundenteiler für dein Tarifgebiet.
- +25 % Mehrarbeitszuschlag
- 152,2 h Teiler bei 35 h/Woche
- Netto-Effekt sichtbar
- Zeitkonto erklärt
Mehrarbeit im M+E-Tarif: 25 Prozent Zuschlag
Mehrarbeit ist im Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie mit einem Zuschlag von 25 Prozent belegt. Grundlage ist die tarifliche Wochenarbeitszeit, im Westen 35 Stunden, in den östlichen Tarifgebieten 38 Stunden mit laufender Angleichung.
Rechenweg
- Monatsentgelt durch die durchschnittlichen Monatsstunden teilen. Bei 35 Stunden pro Woche sind das 152,2 Stunden.
- Den so ermittelten Stundenwert mit 1,25 multiplizieren.
- Mit der Zahl der Mehrarbeitsstunden multiplizieren.
Der Rechner macht das automatisch: Trage deine Mehrarbeit in Stunden pro Woche ein, dann erscheint der Betrag als eigene Zeile im Monatsbrutto.
Geld oder Freizeit
In vielen Betrieben laufen Mehrarbeitsstunden auf ein Arbeitszeitkonto und werden durch Freizeit ausgeglichen. Der Zuschlag wird dabei je nach Betriebsvereinbarung entweder ausgezahlt oder ebenfalls in Zeit gutgeschrieben. Was für dich gilt, steht in der Betriebsvereinbarung zum Arbeitszeitkonto.
Grenzen
Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die tägliche Arbeitszeit auf acht Stunden, verlängerbar auf zehn Stunden, wenn im Durchschnitt von sechs Monaten acht Stunden nicht überschritten werden. Tariflich und betrieblich gibt es zusätzliche Obergrenzen für Mehrarbeit sowie Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats bei der Anordnung.
Wie der Rechner rechnet
Der Rechner arbeitet in vier Schritten. Jeder Schritt ist nachvollziehbar, weil das Ergebnis rechts als Zeile für Zeile aufgeschlüsselter Lohnstreifen erscheint.
Schritt 1: Tabellenentgelt
Aus dem gewählten Tarifgebiet und der Entgeltgruppe kommt das tarifliche Monatsentgelt nach der ERA-Entgelttabelle, gültig ab 01.04.2026. Weicht deine Wochenarbeitszeit von der tariflichen ab, wird der Wert anteilig umgerechnet: 30 Stunden bei 35 tariflichen Stunden ergeben 30/35 des Tabellenwerts.
Schritt 2: Zulagen
Auf das Grundentgelt kommen Leistungszulage, Schicht- und Zeitzuschläge sowie eine übertarifliche Zulage. Die Leistungszulage ist der Posten, der am häufigsten vergessen wird. Im Betriebsdurchschnitt liegt sie in Baden-Württemberg bei 15 Prozent und in Bayern bei 14 Prozent. In Nordrhein-Westfalen steckt sie nicht im Tabellenwert, sondern kommt betrieblich obendrauf. Wer sie dort weglässt, rechnet sein Entgelt systematisch zu niedrig.
Schritt 3: Sonderzahlungen
Die Metall- und Elektroindustrie zahlt über das Jahr verteilt fünf tarifliche Extras. Sie summieren sich auf gut zwei zusätzliche Monatsgehälter, landen aber nicht gleichmäßig auf dem Konto. Genau das zeigt der Jahresverlauf unter dem Rechner.
| Leistung | Höhe | Auszahlung |
|---|---|---|
| T-ZUG B | 26,5 % des regionalen Eckentgelts | Februar |
| Urlaubsgeld | 50 % des Urlaubsentgelts, wirtschaftlich ca. 69 bis 72 % eines Monatsentgelts | Mai oder Juni |
| T-ZUG A | 27,5 % des individuellen Monatsentgelts | Juli |
| T-Geld | 18,4 % eines Monatsentgelts | Juli |
| Weihnachtsgeld | 25 bis 55 % je nach Betriebszugehörigkeit | November |
T-ZUG A lässt sich für Schichtbeschäftigte, Eltern und Pflegende in bis zu acht freie Tage umwandeln. Das T-Geld kann ein Betrieb bei schlechter Ertragslage verschieben oder aussetzen. Deshalb sind alle fünf Posten im Rechner einzeln abschaltbar.
Schritt 4: Steuern und Sozialabgaben
Aus dem Jahresbrutto berechnet der Rechner die Abzüge mit den Werten für 2026: Grundfreibetrag 12.348 Euro, Rentenversicherung 9,3 Prozent Arbeitnehmeranteil, Arbeitslosenversicherung 1,3 Prozent, Krankenversicherung 7,3 Prozent plus die Hälfte des Zusatzbeitrags (Durchschnitt 2,9 Prozent), Pflegeversicherung 1,8 Prozent, in Sachsen 2,3 Prozent, für Kinderlose ab 23 Jahren zusätzlich 0,6 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenzen liegen 2026 bei 8.450 Euro im Monat für Rente und Arbeitslosigkeit und bei 5.812,50 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung.
Was das Ergebnis nicht ist. Der Nettowert ist eine sorgfältige Näherung, keine Entgeltabrechnung. Betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, Sachbezüge, ein Firmenwagen, Freibeträge aus dem Vorjahr und die genaue Behandlung von Einmalzahlungen nach der Jahrestabelle verschieben das Ergebnis. Für die verbindliche Zahl gilt deine Entgeltabrechnung.
Alle Tariftabellen 2026
ERA-Entgelttabellen aller 15 Tarifgebiete auf einer Seite, mit Ausbildungsvergütung.
Öffnen →Entgeltgruppen EG 1 bis EG 17
Welche Tätigkeit in welche Entgeltgruppe gehört und wie die Eingruppierung zustande kommt.
Öffnen →Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld
Die beiden großen Sonderzahlungen einzeln berechnen, inklusive Eintrittsjahr anteilig.
Öffnen →Häufige Fragen
Wie viel Zuschlag gibt es für Überstunden bei der IG Metall?
Mehrarbeit über die tarifliche Wochenarbeitszeit hinaus wird mit 25 Prozent Zuschlag vergütet. Für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit gelten höhere, regional und betrieblich unterschiedliche Sätze.
Wie berechne ich den Wert einer Überstunde?
Monatsentgelt geteilt durch 152,2 Stunden bei einer 35-Stunden-Woche ergibt den Stundenwert. Multipliziert mit 1,25 ergibt das die bezahlte Mehrarbeitsstunde. Bei 38 Stunden tariflicher Arbeitszeit ist der Teiler 165,2.
Muss ich Mehrarbeit leisten?
Nur im Rahmen der arbeitsvertraglichen und tariflichen Regelungen. Die Anordnung von Mehrarbeit unterliegt der Mitbestimmung des Betriebsrats. Das Arbeitszeitgesetz setzt zusätzlich absolute Grenzen für die tägliche und durchschnittliche Arbeitszeit.