IG Metall Leistungszulage Rechner 2026
Jeder Prozentpunkt Leistungszulage wirkt auf rund 14 Monatsgehälter im Jahr. Hier siehst du genau, auf welchen Betrag das hinausläuft.
- 15 % Ø Baden-Württemberg
- 14 % Ø Bayern
- 0 bis 28 % individuelle Spanne
- NRW: nicht im Tabellenwert
Leistungszulage: der unterschätzte Hebel
Die Leistungszulage, im ERA-System Leistungsentgelt genannt, ist der Teil des Entgelts, über den im Betrieb tatsächlich verhandelt wird. Anders als die Entgeltgruppe hängt sie an der Person und an der Bewertung, nicht an der Tätigkeitsbeschreibung.
Höhe im Betriebsdurchschnitt
| Tarifgebiet | Durchschnitt | Besonderheit |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 15 % | ersetzt Erfahrungsstufen, die Tabelle hat keine Stufen |
| Bayern | 14 % | individuelle Spanne 0 bis 28 % |
| Nordrhein-Westfalen | betrieblich | nicht im Tabellenwert enthalten, kommt obendrauf |
| Übrige Gebiete | 6 bis 15 % | je nach Betriebsvereinbarung |
Die drei Ermittlungsverfahren
- Beurteilung: Die Führungskraft bewertet nach festgelegten Merkmalen, meist jährlich. Die Kriterien und ihre Gewichtung stehen in einer Betriebsvereinbarung.
- Kennzahlenvergleich: Messbare Größen wie Ausschussquote, Termintreue oder Stückzahl bestimmen die Zulage, oft für ganze Gruppen.
- Zielvereinbarung: Ziele werden zu Beginn der Periode vereinbart, am Ende wird der Erreichungsgrad bewertet.
Warum die Zulage doppelt wirkt
Die Leistungszulage erhöht nicht nur das Monatsentgelt. Weil Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, T-ZUG A und T-Geld auf dem Monatsentgelt aufsetzen, wirkt jeder Prozentpunkt Leistungszulage im Jahresbrutto auf rund 14 Monatsgehälter. Ein Sprung von 10 auf 14 Prozent bei 3.500 Euro Grundentgelt bedeutet nicht 140 Euro im Monat, sondern rund 1.960 Euro im Jahr.
Wenn die Bewertung nicht passt
Gegen eine Leistungsbeurteilung gibt es ein tarifliches Reklamationsverfahren. Erster Schritt ist das Gespräch mit der Führungskraft, danach die Einschaltung des Betriebsrats. Wichtig ist, dass die Bewertungskriterien der Betriebsvereinbarung entsprechen und nachvollziehbar begründet sind.
Wie der Rechner rechnet
Der Rechner arbeitet in vier Schritten. Jeder Schritt ist nachvollziehbar, weil das Ergebnis rechts als Zeile für Zeile aufgeschlüsselter Lohnstreifen erscheint.
Schritt 1: Tabellenentgelt
Aus dem gewählten Tarifgebiet und der Entgeltgruppe kommt das tarifliche Monatsentgelt nach der ERA-Entgelttabelle, gültig ab 01.04.2026. Weicht deine Wochenarbeitszeit von der tariflichen ab, wird der Wert anteilig umgerechnet: 30 Stunden bei 35 tariflichen Stunden ergeben 30/35 des Tabellenwerts.
Schritt 2: Zulagen
Auf das Grundentgelt kommen Leistungszulage, Schicht- und Zeitzuschläge sowie eine übertarifliche Zulage. Die Leistungszulage ist der Posten, der am häufigsten vergessen wird. Im Betriebsdurchschnitt liegt sie in Baden-Württemberg bei 15 Prozent und in Bayern bei 14 Prozent. In Nordrhein-Westfalen steckt sie nicht im Tabellenwert, sondern kommt betrieblich obendrauf. Wer sie dort weglässt, rechnet sein Entgelt systematisch zu niedrig.
Schritt 3: Sonderzahlungen
Die Metall- und Elektroindustrie zahlt über das Jahr verteilt fünf tarifliche Extras. Sie summieren sich auf gut zwei zusätzliche Monatsgehälter, landen aber nicht gleichmäßig auf dem Konto. Genau das zeigt der Jahresverlauf unter dem Rechner.
| Leistung | Höhe | Auszahlung |
|---|---|---|
| T-ZUG B | 26,5 % des regionalen Eckentgelts | Februar |
| Urlaubsgeld | 50 % des Urlaubsentgelts, wirtschaftlich ca. 69 bis 72 % eines Monatsentgelts | Mai oder Juni |
| T-ZUG A | 27,5 % des individuellen Monatsentgelts | Juli |
| T-Geld | 18,4 % eines Monatsentgelts | Juli |
| Weihnachtsgeld | 25 bis 55 % je nach Betriebszugehörigkeit | November |
T-ZUG A lässt sich für Schichtbeschäftigte, Eltern und Pflegende in bis zu acht freie Tage umwandeln. Das T-Geld kann ein Betrieb bei schlechter Ertragslage verschieben oder aussetzen. Deshalb sind alle fünf Posten im Rechner einzeln abschaltbar.
Schritt 4: Steuern und Sozialabgaben
Aus dem Jahresbrutto berechnet der Rechner die Abzüge mit den Werten für 2026: Grundfreibetrag 12.348 Euro, Rentenversicherung 9,3 Prozent Arbeitnehmeranteil, Arbeitslosenversicherung 1,3 Prozent, Krankenversicherung 7,3 Prozent plus die Hälfte des Zusatzbeitrags (Durchschnitt 2,9 Prozent), Pflegeversicherung 1,8 Prozent, in Sachsen 2,3 Prozent, für Kinderlose ab 23 Jahren zusätzlich 0,6 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenzen liegen 2026 bei 8.450 Euro im Monat für Rente und Arbeitslosigkeit und bei 5.812,50 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung.
Was das Ergebnis nicht ist. Der Nettowert ist eine sorgfältige Näherung, keine Entgeltabrechnung. Betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, Sachbezüge, ein Firmenwagen, Freibeträge aus dem Vorjahr und die genaue Behandlung von Einmalzahlungen nach der Jahrestabelle verschieben das Ergebnis. Für die verbindliche Zahl gilt deine Entgeltabrechnung.
Alle Tariftabellen 2026
ERA-Entgelttabellen aller 15 Tarifgebiete auf einer Seite, mit Ausbildungsvergütung.
Öffnen →Entgeltgruppen EG 1 bis EG 17
Welche Tätigkeit in welche Entgeltgruppe gehört und wie die Eingruppierung zustande kommt.
Öffnen →Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld
Die beiden großen Sonderzahlungen einzeln berechnen, inklusive Eintrittsjahr anteilig.
Öffnen →Häufige Fragen
Wie hoch ist die Leistungszulage bei der IG Metall?
Im Betriebsdurchschnitt je nach Tarifgebiet 6 bis 15 Prozent, in Baden-Württemberg 15 Prozent und in Bayern 14 Prozent. Individuell reicht die Spanne in Bayern von 0 bis 28 Prozent. In Nordrhein-Westfalen ist sie nicht Teil des Tabellenwerts und wird betrieblich zusätzlich gezahlt.
Ist die Leistungszulage im Tabellenentgelt enthalten?
Nein, sie ist immer ein eigener Posten auf der Abrechnung. Besonders wichtig ist das in Nordrhein-Westfalen: Dort liegen die Tabellenwerte niedriger als in anderen Gebieten, weil die Zulage vollständig betrieblich obendrauf kommt.
Kann die Leistungszulage gesenkt werden?
Ja, wenn die neue Beurteilung schlechter ausfällt als die vorherige. Die Betriebsvereinbarung regelt in der Regel Ankündigungsfristen und ein Reklamationsverfahren. Der Betriebsrat hat bei den Bewertungsgrundsätzen ein Mitbestimmungsrecht.
Wirkt die Leistungszulage auf Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld?
In der Regel ja, weil die Bemessungsgrundlage das Monatsentgelt inklusive Leistungszulage ist. Damit wirkt jeder Prozentpunkt auf rund 14 Monatsgehälter im Jahr und nicht nur auf zwölf.