IG Metall Jahresgehalt Rechner 2026
Zwölf Monatsentgelte sind im M+E-Tarif nur ein Teil der Wahrheit. Hier steht das vollständige Jahresbrutto und Jahresnetto inklusive aller fünf Sonderzahlungen.
- ca. 14 Monatsgehälter
- 5 Sonderzahlungen
- Jahresnetto mit Nettoquote
- Jahresverlauf je Monat
Jahresgehalt im M+E-Tarif richtig berechnen
Wer sein Jahresgehalt in der Metall- und Elektroindustrie mit zwölf mal Monatsentgelt berechnet, liegt systematisch zu niedrig. Über das Jahr kommen fünf tarifliche Sonderzahlungen dazu, die zusammen gut zwei Monatsgehälter ausmachen. Für Kreditanträge, Gehaltsvergleiche und Bewerbungen ist das der entscheidende Unterschied.
Die Rechnung im Überblick
Jahresbrutto = 12 mal Monatsentgelt (Grundentgelt plus Leistungszulage plus Zuschläge) plus Urlaubsgeld plus Weihnachtsgeld plus T-ZUG A plus T-ZUG B plus T-Geld plus vergütete Mehrarbeit. Der Rechner zeigt jeden Posten einzeln und gibt zusätzlich aus, auf wie viele Monatsgehälter das hinausläuft.
Wofür du die Zahl brauchst
- Baufinanzierung und Kredit: Banken rechnen mit dem Jahresnetto. Weil Sonderzahlungen tariflich zugesichert sind, lassen sie sich belegen. Nimm die Abrechnungen der Auszahlungsmonate mit.
- Gehaltsvergleich mit einem Angebot ohne Tarif: Ein außertarifliches Angebot mit zwölf gleichen Monatsgehältern muss das Tarif-Jahresbrutto erreichen, nicht das Monatsentgelt.
- Elterngeld und Krankengeld: Hier zählen unterschiedliche Bemessungszeiträume, und Einmalzahlungen werden unterschiedlich behandelt. Kläre das mit der Krankenkasse oder der Elterngeldstelle, bevor du planst.
Wie der Rechner rechnet
Der Rechner arbeitet in vier Schritten. Jeder Schritt ist nachvollziehbar, weil das Ergebnis rechts als Zeile für Zeile aufgeschlüsselter Lohnstreifen erscheint.
Schritt 1: Tabellenentgelt
Aus dem gewählten Tarifgebiet und der Entgeltgruppe kommt das tarifliche Monatsentgelt nach der ERA-Entgelttabelle, gültig ab 01.04.2026. Weicht deine Wochenarbeitszeit von der tariflichen ab, wird der Wert anteilig umgerechnet: 30 Stunden bei 35 tariflichen Stunden ergeben 30/35 des Tabellenwerts.
Schritt 2: Zulagen
Auf das Grundentgelt kommen Leistungszulage, Schicht- und Zeitzuschläge sowie eine übertarifliche Zulage. Die Leistungszulage ist der Posten, der am häufigsten vergessen wird. Im Betriebsdurchschnitt liegt sie in Baden-Württemberg bei 15 Prozent und in Bayern bei 14 Prozent. In Nordrhein-Westfalen steckt sie nicht im Tabellenwert, sondern kommt betrieblich obendrauf. Wer sie dort weglässt, rechnet sein Entgelt systematisch zu niedrig.
Schritt 3: Sonderzahlungen
Die Metall- und Elektroindustrie zahlt über das Jahr verteilt fünf tarifliche Extras. Sie summieren sich auf gut zwei zusätzliche Monatsgehälter, landen aber nicht gleichmäßig auf dem Konto. Genau das zeigt der Jahresverlauf unter dem Rechner.
| Leistung | Höhe | Auszahlung |
|---|---|---|
| T-ZUG B | 26,5 % des regionalen Eckentgelts | Februar |
| Urlaubsgeld | 50 % des Urlaubsentgelts, wirtschaftlich ca. 69 bis 72 % eines Monatsentgelts | Mai oder Juni |
| T-ZUG A | 27,5 % des individuellen Monatsentgelts | Juli |
| T-Geld | 18,4 % eines Monatsentgelts | Juli |
| Weihnachtsgeld | 25 bis 55 % je nach Betriebszugehörigkeit | November |
T-ZUG A lässt sich für Schichtbeschäftigte, Eltern und Pflegende in bis zu acht freie Tage umwandeln. Das T-Geld kann ein Betrieb bei schlechter Ertragslage verschieben oder aussetzen. Deshalb sind alle fünf Posten im Rechner einzeln abschaltbar.
Schritt 4: Steuern und Sozialabgaben
Aus dem Jahresbrutto berechnet der Rechner die Abzüge mit den Werten für 2026: Grundfreibetrag 12.348 Euro, Rentenversicherung 9,3 Prozent Arbeitnehmeranteil, Arbeitslosenversicherung 1,3 Prozent, Krankenversicherung 7,3 Prozent plus die Hälfte des Zusatzbeitrags (Durchschnitt 2,9 Prozent), Pflegeversicherung 1,8 Prozent, in Sachsen 2,3 Prozent, für Kinderlose ab 23 Jahren zusätzlich 0,6 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenzen liegen 2026 bei 8.450 Euro im Monat für Rente und Arbeitslosigkeit und bei 5.812,50 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung.
Was das Ergebnis nicht ist. Der Nettowert ist eine sorgfältige Näherung, keine Entgeltabrechnung. Betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, Sachbezüge, ein Firmenwagen, Freibeträge aus dem Vorjahr und die genaue Behandlung von Einmalzahlungen nach der Jahrestabelle verschieben das Ergebnis. Für die verbindliche Zahl gilt deine Entgeltabrechnung.
Alle Tariftabellen 2026
ERA-Entgelttabellen aller 15 Tarifgebiete auf einer Seite, mit Ausbildungsvergütung.
Öffnen →Entgeltgruppen EG 1 bis EG 17
Welche Tätigkeit in welche Entgeltgruppe gehört und wie die Eingruppierung zustande kommt.
Öffnen →Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld
Die beiden großen Sonderzahlungen einzeln berechnen, inklusive Eintrittsjahr anteilig.
Öffnen →Häufige Fragen
Wie berechne ich mein Jahresgehalt nach IG-Metall-Tarif?
Zwölf Monatsentgelte plus Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, T-ZUG A, T-ZUG B und T-Geld. Je nach Betriebszugehörigkeit ergibt das gut 14 Monatsgehälter. Der Rechner gibt das Jahresbrutto und die Zahl der Monatsgehälter direkt aus.
Sind die Sonderzahlungen garantiert?
Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und T-ZUG A sind tariflich zugesichert, das Weihnachtsgeld gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit. Das T-Geld kann ein Betrieb bei schlechter Ertragslage verschieben oder aussetzen. Die automatische Differenzierung im Tarifabschluss 2024 erlaubt das ausdrücklich. Deshalb ist jeder Posten im Rechner einzeln abschaltbar.
Zählt Mehrarbeit ins Jahresgehalt?
Vergütete Mehrarbeit erhöht das Jahresbrutto, ist aber nicht planbar zugesichert. Für Kreditanträge rechnen Banken sie meist nicht oder nur teilweise mit an. Im Rechner kannst du sie über das Feld Mehrarbeit mit 25 Prozent Zuschlag einbeziehen oder weglassen.